Moin.
Ich möchte nochmal etwas ausführlicher schreiben.
Wenn man nicht gerade zu der Fraktion gehört die einen Helm nur trägt damit einen die Rennleitung nicht aus dem Verkehr zieht, dann ist das Wichtigste bei einem Helm die Schutzwirkung. Nur das kannst du als Endverbraucher nicht kontrollieren und musst hier wohl dem Gesetzgeber vertrauen, also einen ECE geprüften Helm nehmen.
Ob aus Fiberglas/Kevlar oder Polycarbonat (Thermoplast) ist erstmal egal. Aus beiden Materialen lassen sich gute Helme herstellen und beide Helme erfüllen ja auch die Prüfnorm.
In der Regel finden sich im hochpreisigen Segment eher Fiberglashelme und im günstigen eher Polycarbonathelme. Das hat m.M.n. mit der Haltbarkeit der Materialen zu tun. Ein Polycarbonathelm soll nach 3 Jahren ausgetauscht werden, wohl gemerkt ab Herstellung (wenn es hier einen Durchbruch der Chemie gab und die Angabe ist überholt bitte berichtigt mich). Deswegen hat auch jeder Helm irgendwo das Herstellungsdatum vermerkt. Und beim Polycarbonathelm ist dieses nach meinem Wissen in die Helmschale gestanzt oder eingespritzt (ein kleiner Kreis wie eine TüV-Plakette).
Eine Fiberglasschale hält etwa 10 Jahre, obwohl mir die letzte Verkäuferin empfahl den Helm nach 8 Jahren zu tauschen da dann die Innenschale verhärtet und nicht mehr gut dämpft.
Jetzt besteht der Helm ja nicht nur aus der Aussenschale, kommt ja noch das Innenleben dazu, Innenfutter, Belüftung, Visiermechanik usw. und es macht nicht allzu viel Sinn Geld und Aufwand in einen Helm zu stecken der nach 3 Jahren in den Müll soll.
Ich empfehle dir auch einen Helm aus Fiberglas zu nehmen. Wenn ich mich mal an einen Helm gewöhnt habe will ich den nicht nach 3 Jahren aussortieren.
Beim Helmkauf gibt es genau ein Kriterium das alles andere überstrahlt, alles andere zweitrangig macht...PASSFORM.
Der Helm muss gut sitzen ohne zu drücken. Wenn die Passform nicht stimmt und er drückt irgendwo wirst du verrückt, kaufst du den Helm zu gross und er schlackert auf dem Kopf dann läufst du Gefahr dass der Helm bei einem Unfall vom Kopf geschleudert wird...kann sich jeder selbst ausmalen wie das dann ausgeht.
Und beim Kauf nicht anziehen und nach 30 Sekunden wieder runter, du musst den Helm schon mal 10-15 Minuten auf dem Kopf behalten. Und optimal ist es in der Tat wenn du ihn mal zur Probe fahren kannst. Glücklicherweise gibt es da ja gute Möglichkeiten.
Bei manchen Herstellern kann man auch Anpassungen über die Innenpolsterung vornehmen, da kommt es wohl auf die Qualität des Händlers an.
Hast du Einen gefunden kann man ja mal bei der Marke schauen nach anderen Modellen.
Jetzt kann man sich mal um die anderen Kriterien kümmern. Wie gesagt alles zweitrangig.
Geräuschpegel: Hatt ich ja schon geschrieben ist für mich völlig bedeutungslos, Ohrstöpsel rein und das Problem ist gelöst.
Gewicht: Sehe ich auch als vernachlässigbar an. Ich denke die Spanne bei einem Integralhelm ist so 400 Gramm von sehr leicht zu sehr schwer.
Gesichtsfeld: Ist interessant und auch sehr vom Motorradtyp abhängig. Lässt sich aber auf einer Probefahrt gut ausprobieren.
Verschluss: Jeder wie er mag. Ich mag Doppel-D...meiner Meinung nach die optimale Lösung.
Belüftung: Schön zu haben, wirklich wichtig ist nur dass das Visier beim Integralhelm beschalgfrei bleibt. Allerdings ist das schwer zu erreichen, auch bei teueren Helmen. Aber es gibt Möglichkeiten da nachzubessern (Pinlock-Visier, Maske vor die Nase, Visier mit Spülmittel bearbeiten fällt mir da so adhog ein)
Waschbares Innenfutter: feine Sache denn wenn du nicht bei jeder fahrt eine Sturmhaube trägst dann fängt der Helm an zu stinken und zwar weit vor den 10 Jahren.
Viel Geschreibe ich weiss, sorry dass das jetzt so lang wurde.
Meine Empfehlung an dich Langhals. Die empfohlenen Marken sind "nice to know", kannst du auch ausprobieren aber helfen tut dir das erstmal nix. Ich trage zur Zeit Arai und zwar als Jet- und Integralhelm. Aber wenn du dich darin nicht wohl fühlst würde ich dir den nicht empfehlen obwohl für mich der beste Helm.
Noch ein Beispiel...Shark. Ich wollte mal einen kaufen aber das war der Versuch einen eckigen Kopf in einen Eierbecher zu kriegen. Für mich untragbar aber das sagt nix aus ob der Helm gut ist oder nicht.
Im Endeffekt hängt viel von der Qualität des Verkäufers ab. Also ruhig mal durch mehrere Geschäfte ziehen.
In diesem Sinne viel Glück und Spass beim Helmkauf.
Noch ein Nachtrag. Schreib doch mal wo du wohnst vielleicht kann ja jemand hier eine Händlerempfehlung für die Region aussprechen.
Gruss Michael